WordPress oder Next.js? Für eine Firmenwebsite gibt es keinen automatischen Sieger. WordPress passt, wenn eine große Redaktion, ein Shop oder viele Plugins die Seite tragen und jemand sie zuverlässig pflegt. Next.js passt, wenn die Seite vor allem informiert und gefunden werden soll, wenige Sonderfunktionen braucht und jemand die Technik betreut. Am Ende entscheiden Pflege und Bauweise, nicht das System.
Was WordPress und Next.js sind
WordPress ist ein Content-Management-System, also ein Programm, in dem du Seiten und Beiträge im Browser anlegst und änderst. Es läuft auf dem Server mit PHP und einer Datenbank. Gestaltung kommt aus einem Theme, Funktionen wie Formulare oder Cookie-Banner kommen aus Plugins. Im offiziellen Verzeichnis liegen über 70.000 solcher Plugins.
WordPress ist weit verbreitet. Laut W3Techs läuft es auf 40,1 % aller Websites, die W3Techs auswertet (Stand: 8. Oktober 2026). In Deutschland zählt das HTTP Archive WordPress auf 29,6 % der Websites mit Nutzern in Deutschland, Next.js auf 4,5 % (August 2026, Erkennung per Wappalyzer). Drei Jahre zuvor waren es 31,8 % und 1,6 %.
Next.js ist ein Framework, also ein Baukasten für Entwickler, mit dem Websites als eigene Anwendung entstehen. Es baut auf React auf und erzeugt Seiten schon auf dem Server, oft vorab beim Veröffentlichen. Es gibt kein Plugin-Verzeichnis. Formular, Bildergalerie oder Einwilligung stecken im Code der Seite. Texte pflegst du in einem Redaktionssystem, das an die Seite angebunden ist, oder jemand ändert sie im Code.
Vergleich auf einen Blick
Die Tabelle fasst zusammen, worin sich beide im Alltag einer Firmenwebsite mit etwa 5 bis 30 Seiten unterscheiden. Sie vergleicht die Bauweise, nicht einzelne Websites. Eine schlecht gebaute Next.js-Seite kann langsamer und schwerer zu pflegen sein als eine gut gepflegte WordPress-Seite.
| Kriterium | WordPress | Next.js |
|---|---|---|
| Pflegeaufwand | Updates für Kern, Theme und jedes Plugin, dazu die PHP-Version auf dem Server | Updates für Next.js und die Bibliotheken der Seite, Hauptversion etwa einmal im Jahr |
| Sicherheit | Die meisten Lücken stecken in Plugins von vielen Herstellern | Weniger Bausteine, Patches aus einer Quelle; Lücken gibt es trotzdem |
| Ladezeit | Hängt stark an Theme, Page-Builder, Plugins und Hosting | Hängt an der Bauweise; vorab erzeugte Seiten mit wenig JavaScript laden schnell |
| Redaktion | Editor im Browser, Rollen und Freigaben eingebaut, Layouts frei im Page-Builder | Redaktionssystem mit Vorschau, wenn eins angebunden ist; Layouts aus festen Bausteinen |
| Erweiterbarkeit | Viele Funktionen per Plugin in Minuten, jede mit eigener Pflege | Jede Funktion wird gebaut oder als Dienst angebunden, dafür nur, was gebraucht wird |
| Abhängigkeiten | Viele Plugin-Hersteller, Hoster, oft ein Page-Builder | Ein Framework mit festen Support-Zeiträumen, Hoster, gegebenenfalls ein Redaktionssystem |
Laufende Kosten: Keiner gewinnt automatisch
Bei WordPress fallen die laufenden Kosten in kleinen Posten an: Hosting, Lizenzen für Theme und Plugins und die Wartung. Bei Next.js fallen die Lizenzen meist weg, dafür braucht jedes Update Arbeitszeit von jemandem, der den Code kennt. Ob du am Ende mehr oder weniger zahlst, hängt an deiner Seite, nicht am System. Was einzelne Anbieter für die Wartung verlangen und was in den Paketen steckt, steht im Ratgeber Was kostet WordPress-Wartung?.
Die Tabelle zeigt Listenpreise anderer Anbieter, damit du die Posten einordnen kannst. Es sind Beispiele, keine Empfehlungen und keine Preise von uns.
| Posten | WordPress | Next.js |
|---|---|---|
| Hosting | Managed WordPress bei Raidboxes 18 bis 65 € im Monat zzgl. MwSt. (Pakete Mini bis Pro), bei Kinsta ab 35 $ im Monat bei monatlicher Zahlung. Einfaches WordPress-Hosting bei IONOS 5 bis 20 € im Monat inkl. MwSt. nach dem Aktionszeitraum | Bei Vercel ist der kostenlose Hobby-Tarif nur für private, nicht-kommerzielle Nutzung erlaubt. Für eine Firmen-Website gilt der Pro-Tarif mit 20 $ im Monat je Entwickler-Sitz zzgl. MwSt. |
| Lizenzen | Pro Website und Jahr, zzgl. Steuern: Elementor Pro 60 €, WP Rocket 49,95 €, Yoast SEO Premium 118,80 €, Borlabs Cookie 49 €, ACF PRO 49 $, Wordfence Premium 149 $ | Für Next.js selbst keine. Ein angebundenes Redaktionssystem kann je nach Anbieter Gebühren kosten |
| Wartung | Wartungsverträge kosten bei 11 deutschen Anbietern 9,50 bis 460 € netto im Monat. Pakete mit täglicher Sicherung, Überwachung und Support-Zeit liegen meist bei 37,50 bis 130 € | Arbeitszeit für Updates und Sicherheitshinweise, dazu der Wechsel auf eine neue Hauptversion, bevor die alte aus dem Support fällt |
| Änderungen am Aufbau | Oft selbst im Page-Builder | Durch jemanden, der den Code kennt |
Was das für deine Seite heißt, hängt an der Zahl der Plugins und daran, wer Updates einspielt und Fehler behebt. Rechne deshalb mit deinen eigenen Zahlen über drei Jahre: Bau, Hosting, Lizenzen und Pflege zusammen. Eine schlanke WordPress-Seite mit wenigen Plugins kann dabei günstiger abschneiden als jede Neuentwicklung.
Sicherheit: Lücken gibt es auf beiden Seiten
Bei WordPress entstehen die meisten Lücken außerhalb des Kerns. Patchstack, ein Anbieter von Sicherheitslösungen für WordPress, zählte 2025 im WordPress-Umfeld 11.334 neue Sicherheitslücken, 42 % mehr als 2024. 91 % steckten in Plugins, 9 % in Themes, nur 6 im WordPress-Kern. 46 % hatten bei ihrer Veröffentlichung noch keinen Patch. Die Zahlen beschreiben das ganze Umfeld, nicht eine einzelne Seite.
Daraus folgt nicht, dass WordPress unsicher ist. Eine Seite mit wenigen, gepflegten Plugins und aktuellem PHP ist gut zu schützen. Riskant wird es, wenn sich Plugins ansammeln und Updates liegen bleiben. Jedes Plugin ist ein Update mehr und eine mögliche Lücke mehr.
Next.js ist nicht frei von Lücken. Im Dezember 2025 wurde CVE-2025-55182 bekannt, eine Lücke in den React Server Components, auf denen Next.js aufbaut. Sie erlaubte, ohne Anmeldung Code auf dem Server auszuführen, und bekam auf der CVSS-Skala von 0 bis 10 die Höchstwertung 10,0. Der Unterschied liegt woanders: Patches kommen aus einer Quelle mit festen Support-Zeiträumen. Jede Hauptversion bekommt laut Next.js zwei Jahre lang Updates. Einspielen muss sie trotzdem jemand, und zwar schnell.
Ladezeit: Schnell macht die Bauweise
Ob eine Seite schnell lädt, misst Google mit den Core Web Vitals: wie schnell der größte Inhalt erscheint, wie schnell die Seite auf Eingaben reagiert und ob das Layout springt. Das HTTP Archive wertet aus, wie viele Websites alle drei Werte bei echten Nutzern erreichen.
| Technik | Anteil mit guten Werten |
|---|---|
| TYPO3 | 87,2 % |
| Astro | 81,8 % |
| Alle Websites | 68,6 % |
| WordPress | 63,2 % |
| WordPress mit Divi | 54,2 % |
| WordPress mit Elementor | 53,8 % |
| Next.js | 46,3 % |
Next.js liegt hier hinten, obwohl es als schnell gilt. Das zeigt einen Zusammenhang, keine Ursache: Next.js wird oft für schwere Web-Anwendungen mit viel JavaScript genutzt, nicht nur für schlanke Firmenwebsites. Schnell macht die Bauweise. Eine Seite, die vorab erzeugt wird und wenig JavaScript in den Browser schickt, lädt schnell, egal womit sie gebaut ist. Deshalb gilt bei jedem Wechsel: vorher messen, nachher messen.
Ein Beispiel: Eine WordPress-Seite mit Page-Builder lädt für eine kurze Leistungsseite Schriften, Animationen und Skripte für Funktionen, die dort gar nicht vorkommen. Dieselbe Seite als vorab erzeugtes HTML mit einem Bild und einem Formular braucht davon nur einen Bruchteil. Das liegt am Aufbau, nicht am Namen des Systems.
Pflege und Redaktion: Wer ändert was?
Bei WordPress änderst du fast alles selbst im Browser: Texte, Bilder, neue Seiten und mit einem Page-Builder auch das Layout. Das ist bequem. Es heißt aber auch, dass sich mit jeder Änderung Ausnahmen ansammeln, und nach ein paar Jahren sieht jede Seite ein bisschen anders aus.
Bei Next.js pflegst du Inhalte in einem Redaktionssystem: Texte, Bilder, Beiträge und vorbereitete Bausteine, mit Vorschau. Neue Layouts baut jemand, der den Code kennt. Für einen Betrieb, der seine Seite selten umbaut, ist das meist kein Nachteil. Wer jede Woche neue Landingpages zusammenklickt, ist mit WordPress besser bedient.
SEO und KI-Suchen: Beide können es
Für Google und für KI-Suchen zählt, dass Inhalte im ausgelieferten HTML stehen. Das leisten WordPress und Next.js gleichermaßen, solange die Seite auf dem Server aufgebaut wird. Laut einer Studie von Vercel und MERJ vom Dezember 2024 führten die großen KI-Crawler wie GPTBot, ClaudeBot und PerplexityBot kein JavaScript aus. Inhalte, die erst im Browser per JavaScript entstehen, sehen sie also nicht. Das betrifft Seiten, die nur im Browser rendern, nicht WordPress oder serverseitig gebautes Next.js.
Unterschiede gibt es bei Titeln, Beschreibungen und strukturierten Daten. Bei WordPress kommen sie meist aus einem SEO-Plugin, bei Next.js stehen sie im Code und werden aus denselben Daten erzeugt wie die Seite. Beides funktioniert. Beim Wechsel zählt vor allem, dass alte Adressen per Weiterleitung auf die neuen zeigen.
Wann WordPress richtig bleibt
WordPress ist in diesen Fällen oft die bessere Wahl:
- Große Redaktion: viele Autorinnen und Autoren, Rollen und Freigaben, die eingespielt sind.
- Shop oder Geschäftslogik in Plugins: WooCommerce, Buchungen oder Mitgliederbereiche, deren Nachbau mehr kostet als die Pflege.
- Eigene Layouts: Du baust regelmäßig selbst neue Seitenlayouts im Page-Builder.
- Gesunde Seite: wenige Plugins, aktuelles PHP, gute Ladezeit und eine Pflege, die funktioniert.
Wann sich Next.js lohnt
Next.js lohnt sich, wenn diese Punkte auf deine Seite zutreffen:
- Die Seite informiert: Leistungen, Ansprechpartner, Kontaktwege. Sie soll gefunden werden und Anfragen bringen.
- Wenige Sonderfunktionen: ein Formular, vielleicht eine Terminbuchung, aber kein Shop mit tausend Produkten.
- Die Pflege ist ausgelagert: Jemand betreut die Technik, du pflegst Inhalte.
- Der Relaunch steht ohnehin an: Struktur, Texte und Gestaltung werden neu aufgesetzt, der Umbau fällt nur einmal an.
- Die Plugins machen Ärger: Updates bleiben liegen, weil niemand weiß, was danach noch funktioniert.
Trifft das zu, steht unter WordPress-Website auf Next.js umstellen, wie ein Wechsel abläuft und was mit Inhalten, Adressen und Plugins passiert. Welche Posten bei einer Website grundsätzlich anfallen, erklärt der Ratgeber zu den Kosten einer Firmenwebsite.
Quellen
- W3Techs, Nutzung von Content-Management-Systemen, abgerufen am 8. Oktober 2026
- HTTP Archive, Verbreitung nach Technik und Core Web Vitals Technology Report, Daten August 2026
- WordPress.org, Plugin-Verzeichnis, abgerufen am 8. Oktober 2026
- Patchstack, State of WordPress Security in 2026, 25. Februar 2026
- NVD, CVE-2025-55182, veröffentlicht am 3. Dezember 2025
- Next.js, Support-Richtlinie, abgerufen am 8. Oktober 2026
- Vercel, The rise of the AI crawler, 17. Dezember 2024
- Preisseiten von Raidboxes, Kinsta, IONOS, Vercel, Elementor, WP Rocket, Yoast, Borlabs, ACF und Wordfence (in der Tabelle verlinkt), abgerufen am 8. Oktober 2026; Wartungspreise aus unserer Auswertung von 11 Preisseiten deutscher Anbieter am selben Tag
Fragen
Häufige Fragen
Ist Next.js besser für SEO als WordPress?
Nicht von sich aus. Beide liefern Inhalte als fertiges HTML aus, wenn die Seite auf dem Server aufgebaut wird, und beide können saubere Titel, Beschreibungen und strukturierte Daten erzeugen. Für die Suche zählen Inhalte, Ladezeit und Struktur. Beim Wechsel zählt vor allem, dass jede alte Adresse auf die passende neue Seite weiterleitet.
Ist WordPress unsicher?
Nicht pauschal. Die meisten Lücken stecken in Plugins und Themes, nicht im WordPress-Kern. Eine Seite mit wenigen, gepflegten Plugins und aktuellem PHP ist gut zu schützen. Riskant wird es, wenn Plugins keine Sicherheitsupdates mehr bekommen oder Updates liegen bleiben.
Brauche ich für eine Next.js-Website einen Entwickler?
Für Inhalte nicht, wenn die Seite ein Redaktionssystem hat. Für neue Layouts, neue Funktionen und Updates des Frameworks schon. Deshalb gehört bei Next.js die Betreuung von Anfang an dazu.
Was ist günstiger, WordPress oder Next.js?
Das hängt an deiner Seite. Bei WordPress zahlst du laufend für Lizenzen und Wartung, bei Next.js für die Arbeitszeit, die Updates und Änderungen brauchen. Eine schlanke WordPress-Seite mit wenigen Plugins kann günstiger sein als jede Neuentwicklung. Rechne deshalb mit deinen eigenen Zahlen über mehrere Jahre.
Kann ich von WordPress zu Next.js wechseln, ohne Inhalte zu verlieren?
Ja. Texte, Bilder und Dokumente ziehen mit, und jede alte Adresse bekommt eine dauerhafte Weiterleitung auf die neue Seite. Vorher wird aufgenommen, was es gibt und was über Google gefunden wird. Eine bestimmte Platzierung bei Google kann trotzdem niemand zusichern.